Die Wiener Chorschule
 

Ziel der Wiener Chorschule ist es, begabten Kindern und Jugendlichen über das Chorsingen einen wertvollen musikalischen Bildungs- und Erfahrungsweg anzubieten.  

 

Gleichzeitig sollen Studierenden der Musikpädagogik in der Begegnung mit den Chören der Wiener Chorschule die Gelegenheit bekommen, die musikalische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und den Umgang mit jungen Stimmen kennen zu lernen.

  

Die Wiener Chorschule ist ein Kooperationsprojekt des Institutes Anton Bruckner der mdw mit der Österreichischen Gesellschaft für Vokalmusik.

Singen spüren – Die Magie des Singens

 

Singen macht nicht nur Spaß, sondern wirkt sich positiv auf Körper, Geist und Seele aus: "Wenn alle von der frühesten Kindergartenzeit bis mindestens zum Ende der Grundschulzeit täglich eine halbe oder eine Stunde spielerisch zum Singen angeleitet würden, dann hätten wir die PISA-Problematik nicht" sagt Karl Adamek, deutscher Psychologe, Liedtherapeut und Autor einer Studie zur Heilkraft des Singens.

 

Wer regelmäßig singt, trainiert nicht nur höchst effektiv seine musikalischen Fähigkeiten. Singen aktiviert und integriert die verschiedenen Bereiche unseres Gehirns. Es wirkt sich positiv auf Gedächtnisleistung, Konzentrationsfähigkeit, soziale Intelligenz, Immunsystem und emotionale Ausgeglichenheit aus. Untersuchungen belegen: Singen "stimmt" unser ganzes Wesen, es ist gesund, macht Spaß und noch dazu schlau.

Mehr dazu in: Medizin populär (Themenschwerpunkt "Singen ist Medizin", Ausgabe März 2008) und bei der Interdisziplinären Plattform für chronobiologische Forschung (o.Univ.-Prof.Dr.Gertraud Berka-Schmid / IPCF)

 

Singen ist "ein Baustein zum Glück..., mein Lebenselixier..., die wichtigste Nebensache der Welt..., existentiell, mein Kraft- und Freudespender..., Wasser, das mir den Staub des Alltags von der Seele wäscht..., ein ziemlich direkter Weg zum Himmel..., lebensnotwendig..." So beschreiben Mitglieder des Wiener Singvereins der Gesellschaft der Musikfreunde ihre Leidenschaft für das Chorsingen in Joachim Reibers Buch "Menschen, Stimmen, Götterfunken".

 

Wer mit anderen singt, wächst über sich hinaus und gleichzeitig in eine größere Gemeinschaft hinein. Was gibt es schöneres, als seine Leidenschaft mit anderen zu teilen? Im Chor stimmen sich unterschiedlichste Menschen aufeinander ein, lernen und wachsen an den musikalischen Aufgaben und aneinander, schaffen so ein größeres Ganzes, das weit mehr ausmacht als die Summe seiner Teile.

 

Diese eigentümliche Ambivalenz zwischen Individualität und Kollektiv, zwischen Geben und Nehmen, persönlicher Höchstleistung und gleichzeitiger Selbstaufgabe in der Gruppe ist der Schlüssel für die beglückende Wirkung des Chorsingens. In ganz ähnlicher Weise beschreibt die moderne Glücksforschung den "Flow": einen Zustand des Aufgehens in einer Tätigkeit zwischen höchster Konzentration und Selbstvergessenheit, in dem die Zeit stehen zu bleiben scheint und Momente wahren Glücks erfahrbar werden.

 

Univ.-Prof. Mag. Alois Glaßner

 

Vokale Begabungen entfalten – Ein Beitrag zur musikalischen Nachwuchsförderung

 

Die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien legt seit langem großes Augenmerk auf die Nachwuchsförderung im instrumentalen Bereich, um hochbegabte Jugendliche an die Instrumentalstudien heranzuführen.

Die neue Wiener Chorschule will diese Initiativen für den vokalen Bereich aufgreifen und intensivieren: Kinder und Jugendliche sollen durch die beglückende Erfahrung des gemeinsamen Singens für einen musikalischen Berufsweg begeistert und vorbereitet werden. Inneres Hören, Ton- und Klangvorstellung sowie grundlegende Phänomene des Ensemblemusizierens wie das Miteinander-Atmen und das Aufeinander-Hören werden im praktischen Tun erlernt und vertieft. Georg Philipp Telemann formulierte das so:

 

Singen ist das Fundament in allen Dingen.

Wer die Composition ergreifft,

muss in seinen Sätzen singen.

Wer auf Instrumenten spielt,

muss des Singens kundig seyn.

Also präge man das Singen

jungen Leuten fleißig ein.

 

Chorsingen unterstützt aber nicht nur musikalische Fertigkeiten, sondern fördert auch die allgemeine Entwicklung junger Menschen im Bereich der sozialen Kompetenz und der Teamfähigkeit, Eigenschaften, die heute in jedem Berufsfeld gefragt sind. Nicht Selbstdarstellung und Einzelkämpfertum ist Trumpf, sondern die Fähigkeit, Können und Wollen in den Dienst einer gemeinsamen Sache zu stellen. Dafür ist Chorsingen ein ausgezeichnetes Lernfeld.

 

 

Wissenschaftlich begleiten – Stimmforschung

 

 

 

Im Rahmen des art:vision-Projektes "Chorschule", das von 2008 bis 2011 lief und Teil eines universitätsinternen Qualifizierungszierungsprogrammes war, wurde die Entwicklung der Kinder- und Jugendstimmen in den Chören der Wiener Chorschule mit modernen Meßverfahren der Stimmforschung untersucht und in einer Begleitstudie erfasst.

 

Diese Begleitstudie, die vom Institut Antonio Salieri (Gesang in der Musikpädagogik) der mdw unter der Leitung von Dr. Elke Nagl durchgeführt wurde, brachte Aufschluß über eine Reihe von positiven Auswirkungen sängerischer Aktivitäten bei Kindern und Jugendlichen. Die Ergebnisse der Studie können am Institut Anton Bruckner

oder am Institut Antonio Salieri der mdw auf Wunsch eingesehen werden.

 

 

 

Jugendchor Sommer 2016
Jugendchor Sommer 2016
Kinderchor Sommer 2016
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Jugendchorausflug Juli 2017
Jugendchorausflug Juli 2017
Kinderchor-Wandertag Mai 2017
Kinderchor-Wandertag Mai 2017